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2014-03-16 Vorarlberger Einbruchsopfer empört: Verschweigt die Polizei Straftaten?

Vorarlberger Einbruchsopfer empört: Verschweigt die Polizei Straftaten?

Exekutive: Wir informieren über viele Einbrüche aufgrund von Opferschutz nicht

  Vor zwei Wochen wurde Otmar Rusch aus Wolfurt Opfer eines Einbruchs. Als der Vorarlberger damals gegen Mitternacht nach Hause kam, hatten Kriminelle die Terrassentür aufgebrochen. Sie durchsuchten das ganze Haus nach Wertgegenständen. Schließlich verschwanden sie mit dem gesamten Schmuck der Familie. Zurück blieben Chaos und ein traumatisiertes Ehepaar, das - abgesehen vom Verlust der Wertgegenstände - das Eindringen in die Privatsphäre erst mühsam verarbeiten muss.

Das ist kein Einzelfall. Laut interner Polizeistatistik wird in Vorarlberg statistisch gesehen knapp jeden zweiten Tag in ein Haus eingebrochen. Berichtet wird allerdings eher selten darüber. Das gibt die Polizei auch offen zu. Mit Presseaussendungen über Einbrüche gehe man restriktiv um. Susanne Dilp, Sprecherin in der Landespolizeidirektion Vorarlberg, erklärt laut ORF: Um die Privatsphäre von Opfern zu schützen, werde über viele Einbrüche in Privathaushalte nicht informiert.

Einbruchsopfer Otmar Rusch und seine Frau Gertrud können das aber nicht verstehen. Verwundert ist Frau Rusch, dass sie aus den Medien nichts von Einbrüchen in ihrem Bundesland erfährt. "Die Polizei sollte aktiver und zeitnah vor Einbrechern warnen. Man sollte es erfahren, damit man sensibler wird; man könnte auch andere warnen." Dem pflichtet auch ihr Mann bei: "Wenn man mehr davon hören würde, wäre man viel achtsamer", sagt Otmar Rusch im Gespräch mit proNACHBAR.

Was das Ehepaar Rusch formuliert, ist bereits auch eine langjährige Forderung von proNACHBAR: "Die zeitnahe Zurverfügungstellung anonymisierter, vollständiger und rechtlich zulässiger Einzelinformationen über relevante Eigentumsdelikte durch die Polizei ist ein wesentlicher Teil der Prävention", erklärt proNACHBAR-Gründer Karl Brunnbauer. Die Exekutive argumentiere dabei immer wieder mit dem Begriff "Opferschutz". "Dabei sind die aktuellen Opfer von Einbrüchen unserer Meinung nach weniger gefährdet als potenzielle neue Opfer, denen aber durch diese Geheimniskrämerei der Polizei die Möglichkeit genommen wird, eine Risikosituation zu realisieren", meint Brunnbauer. Immerhin gibt es in Östereich täglich mehr als 55 Einbrüche in Häuser und Wohnungen.

Um diese Thematik, in der wir von mehr als 6000 Vereinsmitgliedern unterstützt werden, auf höchster Polizeiebene zu diskutieren, hat proNACHBAR im Jänner 2014 einen offenen Brief an Frau Innenministerin Johanna Mikl-Leitner verfasst. Der Brief, mit der Bitte um ein persönliches Gespräch, ging am 30. Jänner 2014 im Ministerbüro ein - seither wartet proNACHBAR auf eine Antwort.

Siehe dazu: Salzburg

 
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